Bericht zum D4F Contest in Hamburg 2006 von CrazyBeat
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am 10.04.2006 um 23:37 (673 Hits)
Ein persönlicher Contest-Bericht von CrazyBeat
Nach der Niederlage in Osnabrück planten wir also einen erneuten Auftritt beim Contest in Hamburg.
Wir trainierten in diesen sechs Wochen ziemlich hart und hatten ein Ziel vor Augen: Dieses Mal wenigstens eine Runde weiterkommen!
Nun war es also soweit. Um 2 Uhr nachts bin ich aufgestanden, noch wenig motiviert. Ehrlich gesagt habe ich kurzzeitig überlegt abzusagen, weil mich die Müdigkeit sehr mitgenommen hat. Mir war schlecht und ich hatte Bauchschmerzen.
Nachdem ich dann geduscht und meine Haare gemacht hatte, ging es ans Schminken. Das ging an diesem Morgen nur sehr schleppend voran, da mir die Augen immer wieder zufielen.
Also fuhren meine Mutter, mein Vater und ich nur halb fertig geschminkt um 4 Uhr los zur Tanzschule.
Nachdem alle nach und nach angefahren kamen, alle noch mal auf dem Klo waren und ich meine CD oben vergessen hatte, fuhren wir dann endlich los.
Mein Vater fuhr unseren Kleinbus. Ich saß vorne mit Kata, die anderen hinten immer zu dritt.
Die Disco neben der Tanzschule machte gerade zu als wir losfuhren. Überall auf den Straßen liefen noch angetrunkene Menschen rum. Ich fand das sehr amüsant. Im Auto hörten wir laute Musik um uns auf Hamburg einzustimmen.
Die Stimmung war gut, nur etwas von Müdigkeit beeinflusst. Wer steht auch freiwillig um 2 Uhr nachts auf? Nur verrückte Tänzerinnen.
Als wir dann nur noch knapp 60 Kilometer vor uns hatten, musste ich sehr dringend aufs Klo. Nachdem wir uns über SMS (mit Jaco) mit dem Auto von Kris verständigt hatten, hielten wir auch endlich auf einem Parkplatz. Wie verrückt lief ich aufs Klo, egal ob es eklig war, ich MUSSTE!
Diese Pause war sehr erholend, da man sich auch mal die Beine ein bisschen vertreten konnte.
Und siehe da: Der Himmel wurde hell. Jetzt ging es noch mal richtig los mit Party.
Wir waren jetzt schon in Hamburg, sahen rechts und links den Hafen, fuhren durch den Elbtunnel, durch die Stadt und schließlich stand ganz groß vor uns „CCH“.
Als wir das lasen war die Spannung auf dem Höchstpunkt.
Wir konnten uns kaum halten.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit unserem großen Kleinbus in das Parkhaus zu kommen standen wir nun da und suchten den Fahrstuhl.
Im Erdgeschoss angekommen standen wir mitten in der vollen Eingangshalle des CCH.
Mittlerweile war es „schon“ ca. 7.30 Uhr. Überall Gewusel, Stimmengewirr, Geschrei. Das linderte unser Lampenfieber natürlich nicht wirklich.
Nachdem die Eltern die Eintrittskarten hatten und wir armen
CRAZY BEATS da allein standen klingelte plötzlich mein Handy: Jaco.
Ich sollte mir eine Person schnappen und zum Schalter mit den Startnummern kommen. Nach 15 Minuten warten hatten Jessy und ich dann endlich unsere Solo Startnummern.
Hier unsere Startnummern: Team - 507, Katarina - 224, Mandy - 324,
Bianca - 325, Kristina - 326, Jessica - 671, Ich - 672
Jaco hat uns dann abgeholt um uns den Weg zu unserem Aufenthaltsraum zu zeigen.
Plötzlich hörte ich ein Mädchen „JULIA“ rufen. Ich drehte mich zur linken Seite um uns sah.. Chrizzi.
Leider hatte ich keine Zeit zu ihr zu gehen und lächelte sie nur kurz an.
Im Raum angekommen bekam ich einen Schock.
Meine Güte war das voll. Einmal quer durch den Raum gerannt sind wir
dann an unserem Tisch angekommen, an dem sich Mandy gerade anzog und einen riesen Schock bekam, als sie Jaco hinter sich stehen sah.
Jessy und ich guckten uns an und mussten lachen. Das war typisch Mandy. Wir zogen uns dann auch alle schon mal alle unsere Solo Klamotten an, weil die ja bald schon bevor standen.
Meine Nervosität befand sich komischerweise immer noch im Normbereich. Ich kann das immer noch nicht verstehen.
In Osnabrück war ich so derbe aufgeregt und dann in Hamburg, beim größten Contest dieser Saison, fast gar nicht.
Jedenfalls zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Als wir uns dann umgezogen hatten, schnappte ich mir meinen Schminkkoffer und suchte meine Eltern. Ich hatte mich schon gewundert, dass mein Vater immer noch da war, weil ihn so was ja eigentlich nicht interessiert und er sich eigentlich einen schönen Tag in Hamburg machen wollte. Natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut.
Meine Mutter hielt dann den Spiegel und ich schminkte mich und machte
meine Haare. Das musste aber alles sehr schnell gehen, da Kata gleich
mit ihrem Solo dran war. Sie hat ‚Can I have it like that’ getanzt und
war deshalb die erste von uns, die tanzen musste.
Nachdem ich dann geschminkt war und alles war sie auch schon dran.
Wir sind alle nach vorne gerannt und haben sie natürlich angefeuert bis zum geht nicht mehr. Leider war sie wohl etwas zu aufgeregt und hat sich gleich zweimal vertanzt. Es war sehr schade, weil sie ja nun eigentlich wirklich hammer tanzen kann.
In der gleichen Runde hatte auch Chrizzi getanzt. Das war voll doof, weil ich zwei Leute anfeuern musste und dann noch eine Konkurrentin, obwohl sie ja schon Adult ist und Kata Junior.
Naja, sie kam dann also von der Bühne und war voll deprimiert, obwohl sie ja trotz ihren zwei Patzern total toll war und 'ne hammer Ausstrahlung
hatte.
Jetzt hieß es einfach nur noch abwarten für sie. Ändern konnte sie eh nichts mehr.
Jetzt hieß es für Bibi, Mandy, Kris, Jessy und mich warten bis wir endlich dran sind.
Die Zeit bis dahin verging eigentlich ziemlich schnell und ich wurde immer nervöser.
Ich glaube, ich war in der Zeit bestimmt noch dreimal auf dem Klo.
Kata hatte es so gut. Sie hatte alles hinter sich.
Als dann ‚Heartbeat Radio’ an der Reihe war gingen wir alle mal so langsam an den Bühnenrand, wo alle Starter schon warteten.
Plötzlich kam Mandy weinen angerannt und meinte, sie habe ihre
Startnummer verloren. Sie war voll verzweifelt.
Jaco hat sie aber beruhigt. Insgesamt gab es vier Runden ‚Lose control’. Kristina, Mandy und Bianca waren in der vorletzten Runde dran.
Jessy und ich dachten, dass wir jetzt auch müssen, aber nein.
Wir waren voll verdutzt und die Aufregung wurde immer stärker.
Wir hatten uns so darauf verlassen, dass wir mit den anderen zusammen auf der Bühne stehen. Verzweiflung pur.
Wir waren so nervös, dass wir den anderen gar nicht richtig zugeguckt
hatten.
Jetzt mussten wir in den Bereich der Starter.
Plötzlich kam noch ein Mädchen mit der gleichen Startnummer wie ich. Na toll, und jetzt?
Ich war eh schon nervös und jetzt so was. Die Helferin lief angespannt
hin und her und versuchte die Situation zu klären und ich wusste nichts
mit mir anzufangen.
Scheiße, das Lied war zu Ende und wir wurden auf die Bühne gescheucht. Wir waren also nur zu dritt und ich stand ganz in der Mitte. Links neben mir Jessy. Das Mädchen mit der gleichen Nummer wie ich rechts.
Jetzt gab es immer noch das Problem mit den Nummern.
Der Moderator gab uns einfach schnell die Nummern 672 a und 672 b und los ging es.
Die zwei Minuten tanzen vergingen wie im Flug. Ich merkte aber, dass ich viel zu nervös bin. Ich versuchte mitzusingen und einigermaßen nett zu gucken.
Als das Lied dann aus war gingen wir zur Treppe, die von der Bühne führte.
So verwirrt wie ich war bin ich fast von der Bühne gefallen, weil ich zu weit rechts gegangen bin, wo noch keine Treppe war.
Das war wieder typisch Julia.
Unten standen schon Jaco und die restlichen Crazy Beats.
Kata meinte, wir waren voll geil.
Jaco meinte, wir hätten nicht alles gegeben, was er sehr schade fand.
Mittlerweile war es schon ca. 10.30 Uhr.
Die Vorrunde Team Juniors/Adults sollte erst um 13.40 Uhr beginnen, wie in Osnabrück.
Jetzt hieß es warten, warten, warten.
Erst jetzt wurde der Contest richtig eröffnet mit dem Vorstellen der Wertungsrichter und der Vorrunde Solo Kids.
Möge der Bessere gewinnen!
Ich weiß gar nicht mehr, was ich in der ganzen Zeit gemacht habe. Ich glaube, es war ziemlich viel und auch oft ziemlich langweilig.
Des Öfteren bin ich Chrizzi über den Weg gelaufen, mit der ich mich dann auch mal kurz unterhalten habe.
Dann haben Kris und ich bemerkt, dass Thorsten und seine Gruppe einen Tisch neben uns sind.
Irgendwann, als ich mal wieder auf dem Weg in den Saal war, kam er mir entgegen und umarmte mich.
Hui, ich war in dem Moment voll überrascht. Damit hätte ich nicht gerechnet.
Die größte Zeit bis zu den Ergebnissen saßen wir eigentlich blöd in der Gegend rum und haben uns gelangweilt oder haben versucht zu schlafen, was eigentlich unmöglich war, da Jaco mich die ganze Zeit terrorisiert hat. Er saß die ganze Zeit hinter mir und hat mich entweder die ganze Zeit geschlagen, auf dem Stuhl rumgetrommelt oder schön mitgesungen.
Ich glaube, wir wussten einfach nicht mit uns anzufangen.
Es war sehr viel auf einmal, was dort passiert ist. Außerdem haben uns die anderen, B-Happy und dessen Freunde, sehr gefehlt. Besonders Sergej, der eigentlich immer gute Stimmung verbreitet hatte.
Nun ja, ab und zu haben wir dann mal mitgetanzt und hatten unseren Spaß.
Irgendwann im Laufe des Vormittags wurden dann endlich die Ergebnisse für Solo Adults verkündet.
Sofort kam Jessy zu mir gerannt und hielt meine Hand.
Ich muss sagen, dass dieses Warten auf die Nummer nicht schön war, besonders weil ich eine der letzten Nummern hatte.
Als wir dann bei 650 waren wurde es immer heikler.
Würden wir eine Runde weiterkommen oder nicht?
Alle Eltern, Crazy Beats und Jaco starrten uns an und lauschten den Nummern.
670 uuuuund… wir waren nicht dabei.
Erst einmal fiel mir ein Stein vom Herzen, dass die Warterei endlich ein Ende hat.
Dann sagten alle „Schade“ und guckten uns mitleidig an.
Gut, ich war etwas enttäuscht und traurig, aber ich hatte eh nicht mit mehr gerechnet.
Es wäre einfach schön gewesen, wenn wir weitergekommen wären. Aber es sollte nicht sein und es war kein Weltuntergang.
Plötzlich stand Jaco hinterher mir und strich über meine Schulter und sagte „Ist ja nicht so schlimm. Nächstes Mal musst du einfach noch ein bisschen mehr Power geben und etwas mehr lächeln“.
Hinterher erzählte mir meine Mutter, dass er dachte, ich sei voll traurig und dass er sich Gedanken gemacht hatte.
Nein Jaco, mir ging es gut! Jessy war auch nicht so traurig und wir nahmen das Ergebnis so hin.
Wir hätten eh nichts ändern können. Außerdem denke ich, dass das alles
Glückssache ist. Es tanzen normalerweise so viele Leute gleichzeitig
beim Solo, dass man immer gar nicht ALLES sieht.
Zum Beispiel kann es sein, dass du dich vertanzt, aber in dem Moment keiner von den Wertungsrichtern auf dich achtet.
Dafür sehen sie einen Fehler bei deinem Nachbar.
Okay, wir waren nur zu dritt, sie konnten also alles sehen, aber nun gut. Ich war einfach zu aufgeregt.
Nächstes Mal wird es nicht mehr so sein, versprochen.
Unsere armen Junioren bekamen ihre Ergebnisse immer noch nicht, da die Wertungsrichter die Kids vorgeschoben haben, da die früher nach Hause sollten. Mittlerweile ging es mir gar nicht mehr gut.
Ich hatte voll die heftigen Kopfschmerzen, sodass ich am liebsten schlafen gegangen wäre.
Und dann noch die laute Musik. Das war nicht so toll.
Ich hatte mir gerade auf den Stühlen einen Schlafplatz gemacht und machte die Augen zu, als jemand an meinem Bein zuppelte..
Jaco. „Komm Julia, aufstehen, üben!“ hörte ich ihn sagen und schon stand ich auf den Beinen auf dem Weg in den Eingangsbereich.
Mit derbsten Kopfschmerzen gingen wir den Tanz insgesamt dreimal durch. Auch Kristina hatte Schmerzen.
Nachdem wir dann fertig waren sind wir beide schnell zu meinem Vater und haben uns erstmal eine Schmerztablette geholt.
Zum Glück fing sie auch relativ schnell an zu wirken. Erleichterung!
Jetzt fing also gleich unsere Kategorie an.
Da sie Zeit einsparen wollten, haben Adults und Juniors gleichzeitig getanzt.
Wir Junioren MUSSTEN erst unten im Dancefloor Bereich tanzen, was wir so richtig derbe scheiße fanden.
Wir wollten verdammt noch mal auf der Bühne tanzen. Wir schworen
uns also mehr als alles zu geben um im Semifinale oben auf der Bühne zu
tanzen.
Mit der Startnummer 507 waren wir also als siebtes Junioren Team an der Reihe.
Eigentlich waren wir dran, als denen auf der Bühne einfiel, dass es dort noch ein Team gibt.
Toll, und wir waren gerade bereit so richtig cool auf die Fläche zu laufen. Nun gut, noch ein letztes Mal wischten wir unsere Schuhe ab und dann durften wir schon mal auf die Bühne, aber keiner achtete so richtig auf uns.
Also standen wir da, tanzten ein bisschen zu ‚My Humps’, das gerade auf der Bühne lief, dann ging die Musik aus und wir wurden angesagt. Applaus, Musik und LOS!
Also fingen wir an zu tanzen. Die Aufregung war fast weg und ich sang
auch schön mit.
Naja, und dann habe ich mich vertanzt.
Scheiße, dachte ich mir. Wenn wir jetzt rausfliegen würden, wäre bestimmt ich Schuld.
Trotzdem tanzte ich weiter und ließ mir nichts anmerken.
Zum Schluss bekamen wir Applaus und gingen etwas erleichtert von der Bühne.
Die erste Hürde war geschafft. Prompt stand Jaco wieder da.
Ich glaube, er war recht zufrieden mit uns. Jetzt hieß es wieder warten. Wir haben uns dann erstmal alle an den Tisch gesetzt und wurden von unseren Eltern gelobt.
Jetzt kam der erste Live Act des Tages: SteLa mit Tino und Remo
als Backgroundtänzer. Es war nicht ganz meine Musikrichtung, aber es war
ganz lustig. Mein Vater hat Kopfschmerzen von ihrer schrillen Stimme
bekom!men.
Plötzlich hieß es, dass es in wenigen Minuten die Ergebnisse Solo Juniors geben wird.
Die Spannung stieg. Noch zwanzig Minuten, dann würden wir es wissen. Erst mussten die Soli Kids noch ihr Finale tanzen.
Ich nahm die Hände von Kris, Bibi, Mandy und Kata und wir lauschten den Nummern.
Kata war… nicht dabei.
Dann ging es weiter. 323..Mandy war auch nicht dabei.
Jetzt ging es noch um zwei unser Solis…
525, 526. Bianca und Kristina waren weiter, Mandy brach in Tränen aus.
Natürlich haben wir uns alle für die Beiden gefreut, die auch gleich in
Tränen ausbrachen, einen kurzen Schrei ausstießen und sich in die Arme
fielen.
Ich nahm Mandy in den Arm und sie heulte sie erstmal richtig aus.
Das ging mir so nah, dass ich fast geheult hätte, aber ich konnte
mich zusammenreißen.
Kris und Bibi schwebten im Siebten Himmel und konnten es nicht fassen, während Mandy mit den Nerven fertig war.
Jaco kam dann zu Mandy und hat versucht sie zu beruhigen, was aber nicht ganz gelang.
Mandys Mutter kam mir auch sehr hilflos vor, weil sie nicht wusste, was sie tun sollte.
Irgendwann hat Jaco sie dann irgendwie vom Tisch gelockt, damit sie sich wieder ein bisschen beruhigt.
Zusammen mit Bibi und Kris ist sie aufs Klo gegangen.
Die beiden wollten sich für ihr Solo noch mal nachschminken.
Ich bin dann erstmal schnell in die Umkleide gegangen und habe mir ein Stück Kuchen genommen, den ich rausschmuggeln musste, weil man nichts mit in den Saal nehmen durfte.
Ja ich weiß, ich bin böse.
Naja, auf jeden Fall hörte ich plötzlich Schöffi sagen, dass er die Ergebnisse für Team Juniors da sind.
Wie verrückt lief ich zu unserem Tisch, an dem schon Jessy, Kata und Jaco standen.
Boah, schon wieder hieß es derbste Spannung.
Also fing er an… 502, 505, 506… Ja, und jetzt sag bitte 507.
Wie gespannt stand ich da und er setzte zur nächsten Nummer an…
507!!!! Was ich den Moment fühlte weiß ich nicht mehr.
Ich weiß nur, ich sprang hoch und runter, schrie den ganzen Saal zusammen, fing an zu weinen, sprang Kata in die Arme (die mir dabei meinen Kuchen aus der Hand schlug) und heulte erstmal in
ihre Schultern.
Ich konnte es nicht fassen: 507! Wir, Crazy Beats, sind im SEMIFINALE! Ich sah alle Eltern strahlen, Jaco bekam sein Lachen auch
nicht mehr aus dem Gesicht, Jessy schrie immer noch.
Ich konnte nicht klar denken und lief los.
Oh Gott, Kris, Mandy und Bianca wusste ja noch gar nicht Bescheid.
Wie verrückt lief ich durch den Saal zum Klo.
Um mich herum Gruppen, die heulten, weil sie raus sind oder Gruppen die
heulten, weil sie weiter sind.
Ich lief also wie verrückt ins Klo wo die drei standen. Ich guckte sie an und sagte mit verheulten Augen „WIR SIND WEITER!“.
Alle drei guckten mich irritiert an und ich wiederholte es noch einmal „WIR SIND WEITER!“.
Jetzt reagierten sie, hüpften auf und ab, schrieen das gesamte Klo zusammen, sodass uns alle schon komisch anguckten, weinten und freuten sich.
Jetzt kamen noch die restlichen Crazy Beats und alle freuten sich noch mal zusammen.
Dieses Gefühl, als sie unsere Nummer gesagt haben ist kaum zu beschreiben. Man kann nicht mehr klar denken, schreit und heult nur noch und die Freude ist groß.
Ich muss sagen, es ist das schönste Gefühl auf der ganzen Welt.
Es gibt kaum Schöneres!
Ich habe dann erstmal mein Handy gezückt und meinen kleinen Bruder (Dominick) angerufen.
Der war so süß. Er meinte „So, jetzt müsst ihr aber auch noch eine Runde weiterkommen“.
Ach Gott, das war so niedlich.
Als ich dann aus dem Klo kam stand Jaco da und hat alle umarmt.
Dann stand er plötzlich vor mir und meinte „Haben wir eigentlich
schon?“ und ich natürlich „Nein“, was ja auch stimmte.
Und schwuuuups hatte ich Jaco im Arm. Er hat mich fast zerquetscht und Kata hat mir hinterher erzählt, dass es ihr auch so ging.
Aber naja, war ja süß von ihm.
Ich hatte dann sein Gesicht an meiner Wange klatschen.
Danach sind wir dann wieder in den Saal gegangen, weil sich Kris und Bianca für ihr Solo umziehen mussten.
Es war jetzt schon mittlerweile so ca. 16.30 Uhr und die 1. Zwischenrunde der Solo Juniors/Adults begann.
Dort habe ich dann noch Bee getroffen und ihr ganz viel Glück gewünscht. Auch Chrizzi bin ich noch tausend Mal über den Weg gelaufen.
Die Beiden, Bibi und Kris, haben das gut gemacht, wie schon in der Vorrunde, auch wenn Bibi sich vertanzt hat und Kris, laut Jaco, noch mehr Party machen muss.
Jetzt hieß es also wieder warten.
Ich habe mich dann an den Tisch gesetzt, weil mein Vater mir einen Big Mac gekauft hatte. Hinterher saß Jaco.
Na nu, er saß nicht nur, er schlief.
Ich traute meinen Augen kaum, aber süß war es ja.
Sofort zückten alle ihre Kameras und machten Fotos.
Es gab nur ein Problem: Er rutschte immer weiter nach links.
Wir hatten echt schon Schiss, dass er vom Stuhl fällt.
Naja, wir sind dann in die Umkleide gegangen und nach 5 Minuten kam dann auch Jaco und ging seiner Lieblingsbeschäftigung nach: ESSEN!
Dann meinte Jaco plötzlich, wir sollen rauskommen, weil die Soli Juniors angesagt werden.
Nach 2 Minuten haben wir es ihm geglaubt und standen dann alle vor der Umkleide und hörten wieder gespannt dem Moderator zu.
323… 328. Die Beiden war nicht mehr dabei.
Sie waren aber nicht traurig, weil sie vorher schon meinten, sie wollten eh nicht mehr weiterkommen.
Die anderen gingen zurück in die Umkleide und ich ging zum Tisch. Auf dem Weg dahin kamen mir Bibis Eltern entgegen, die sich Sorgen machten, weil sie dachten, dass sie weint.
Ich habe sie dann erstmal beruhigt und bin gegangen.
In wenigen Minuten sollten dann die Hot Banditoz auftreten, juhu!
Naja, begeistert waren wir nicht so, weil die Hot Banditoz nicht so unser Musikgeschmack sind, aber trotzdem haben wir ein bisschen Party mitgemacht.
Danach sollte dann das Semifinale von Team Juniors/Adults beginnen. Also stellten wir uns noch mal hin und dachten uns ein neues Ende aus.
In dem Moment guckte gerade Tino und meinte „Gut!“.
Ja, das war ein cooles Gefühl von Tino gelobt zu werden.
Dann hieß es schnell umziehen für Bibi und Jessy und für mich noch mal aufs Klo gehen, denn gleich sollte es losgehen.
Aufgeregt war ich nicht mehr so sehr, aber meine Kopfschmerzen waren wieder da.
Also nahm ich noch eine Tablette. Hilfe, dieses Mal wirkte sie nicht.
Ich bekam etwas Panik, weil ich Angst hatte vor Schmerzen nicht tanzen zu können. Nun gut, ich musste es verdrängen.
Wir standen also oben am Hals der Treppe und warteten, dass die Gruppe vor uns fertig war.
Aufgeregt war ich echt gar nicht mehr. Ich freute mich richtig wieder auf der Bühne zu stehen und zu zeigen, was wir können.
Wir liefen also auf die Bühne, legten Jacoli (unser Maskottchen) nach vorne und positionierten uns.
Wir waren bereit. Bereit, es ALLEN zu zeigen.
Die Musik ging an und wir fingen an.
Ich hatte so Spaß am Tanzen und dort oben auf der Bühne zu stehen.
Wir sind das erste Mal richtig mitgegangen in der Musik, haben wir verrückt mit den Köpfen gewackelt, haben gelächelt, doof geguckt und einfach unseren Spaß am Tanzen gezeigt.
Dieses Mal hatte ich mich auch nicht vertanzt.
Die Musik ging also aus, wir liefen in unser Abschlussbild und gingen von der Bühne.
Und wer stand wieder unten vor der Bühne? Genau, Jaco.
Er meckerte etwas an Alina rum, weil sie sich wohl vertanzt hatte. Hinterher, auf einem Video, habe ich auch gesehen, dass ich einmal zu schnell war und Kris hatte sich einmal vergessen zu drehen.
Okay, jetzt hieß es wieder eine Stunde warten.
Um ca. 21 Uhr war es dann soweit.
Nur Jessy und ich waren da, als es geschah. Jessy kam wieder zu mir gelaufen, wir stellten uns hin und waren sehr angespannt.
Wieder hörten wir den Moderator. 505, 506… 513!
Schade, wir waren nicht dabei.
Klar waren wir enttäuscht und traurig, aber wir waren froh, dass
wir überhaupt eine Runde weitergekommen waren.
Schön wäre es im Finale gewesen, aber wir hatten uns halt zu oft vertanzt. Ich bin dann zu den anderen gegangen und habe es ihnen gesagt.
Alle waren traurig und froh zugleich.
Wir waren keine Verlierer und wir hatten unser persönliches Ziel erreicht.
Nachdem wir alle unsere Urkunden hatten (im Team hatten wir den 10.-12. Platz, letztendlich den 11. Platz) und alle nach Hause
wollten, packten wir also unsere Sachen und gingen.
Schade, ich wäre gerne noch etwas geblieben… und Jaco auch.
Naja, wir fuhren dann also los. Auf der Rückfahrt haben wir alle geschlafen, weil wir zu kaputt waren, um noch die Augen offen zu halten. Um ca. 23 Uhr waren wir dann an der Tanzschule angekommen und schließlich lag ich um 24 Uhr im Bett und wollte nur noch eins: SCHLAFEN!
Resumé: Meine zweite Meisterschaft und auch die werde ich niemals vergessen.
Der Contest in Hamburg war der größte der Saison (vielleicht auch überhaupt) mit fast 2000 Teilnehmern und wir waren trotzdem so erfolgreich.
Wir haben unser persönliches Ziel erreicht, hatten Spaß und sind zufrieden mit uns.
Wieder ein Tag mit vielen Emotionen.
Außerdem habe ich viele nette Leute aus dem Dance4all Forum getroffen, was mich sehr gefreut hat.
Ein Tag mit den Crazy Beats ist sowieso immer toll.
Ich werde ihn nicht so schnell vergessen und ich sehne mich jetzt schon
zurück nach Hamburg.
Meine Gefühle kann ich immer noch nicht genau beschreiben und wenn ich daran denke, kribbelt es im Bauch.
Jetzt hoffen wir, dass wir auf den D-Cup nach Essen fahren können.
Drückt uns mal die Daumen!









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